Unter dem Titel „Öffentlich-rechtlicher Rundfunk – Auftrag, Angebot, Kontrolle, Zukunft“ diskutierten Schülerinnen und Schüler des Hollenberg-Gymnasiums Waldbröl am Freitag, 29. Mai, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Medien und Zivilgesellschaft über die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer demokratischen Gesellschaft. Zu dieser Podiumsdiskussion hatte die Schülervertretung (SV) von 12.30 bis 13.30 Uhr in den Bürgersaal des Rathauses Waldbröl eingeladen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Aufgaben und Perspektiven ARD, ZDF und Co. heute und künftig erfüllen sollen.
Die Veranstaltung war als Open-Mic-Format konzipiert: Alle anwesenden Schülerinnen und Schüler (die gesamten Jahrgangsstufen EF und Q1 des HGW) konnten sich aktiv beteiligen, Fragen stellen und aktuelle Themen direkt an die Podiumsgäste richten. Dies ermöglichte einen lebendigen Austausch und eröffnete unterschiedliche Perspektiven auf Medienauftrag, Finanzierung und gesellschaftliche Kontrolle.
Zu den Diskussionsteilnehmern gehörten die Schülerin Nika Zenefels und der Schüler Timo Jacobs (beide Q1), Schulleiter Frank Bohlscheid, die Landtagsabgeordneten Jochen Ott und Frank Jablonski, WDR-Chefredakteur Stefan Brandenburg sowie Marie Kaub, stellvertretende Vorsitzende des WDR-Rundfunkrates. Der Münchner Filmemacher und Grimme-Preisträger Daniel Harrich führte in das Thema ein und übernahm die Moderation der Diskussion.
In dieser lebhaften, auf Augenhöhe geführten Diskussion, gaben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler viele, teils durchaus kritische Denkanstöße, die von den übrigen Teilnehmern mit Interesse aufgenommen wurden. So wurde beispielsweise der Wunsch nach mehr Vielfalt im Programm geäußert. Auch wurde deutlich, dass die Jugendlichen sich durch kurze, aber informative Nachrichten am ehesten angesprochen fühlen. Kritisch sahen die Schülerinnen und Schüler auch die Tatsache, dass gegenwärtig so viele negative Nachrichten verbreitet werden. Dadurch werden Jugendliche als Konsumenten der Nachrichten eher abgeschreckt. Hier besteht der Wunsch nach mehr Information auch über Dinge, die „gerade gut“ laufen. Insgesamt ist unumstritten, dass sich der Medienkonsum der jüngeren Generation deutlich unterscheidet von dem der älteren. Dementsprechend unterschiedlich und vielfältig versucht der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf die Bedürfnisse einzugehen.
Bereits am Vormittag hatte Harrich in einem Workshop mit den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zentrale Aspekte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erarbeitet und damit die inhaltliche Grundlage für die anschließende Diskussion gelegt. (Gro)



